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Frankfurter Rundschau vom 21.12.04Auf einem Auge blind Angriffe auf "Blick nach Rechts" VON PETER NOWAK Viel ist seit den rechten Wahlerfolgen in Sachsen und Brandenburg vom verstärkten Kampf gegen alte und neue Nazis die Rede. Da müsste man eigentlich gerne auf den Nachrichtendienst Blick nach Rechts (BnR) zurückgreifen. Seit 20 Jahren liefert er solide Informationen über das rechte Milieu. Jahrelang war er als Printausgabe zu beziehen; seit Juni ist der Informationsdienst nur noch im Internet unter www.bnr.de verfügbar. Er wird von einem SPD-Verlag herausgegeben. Doch bis auf gelegentliche Kommentare vom Bundestagspräsidenten Wolfgang Thierse spielt Parteipolitik beim BnR keine Rolle. Man beobachtet die rechte Szene. Doch nun ist der BnR selber im Visier. Die CDU/CSU wollte in einer Kleinen Anfrage mit dem Titel "Förderung linksextremistischer Gruppierungen durch den Bundesminister des Innern sowie durch die Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister des Innern, Ute Vogt MdB" von der Bundesregierung wissen, ob das Bundesinnenministerium die Internetausgabe des Blick nach Rechts finanziell fördert und ob die Bundesregierung und ihr nachgeordnete Behörden den Informationsdienst abonniert haben. Der CDU-Abgeordnete Eckart von Klaeden monierte, dass auf der Internetseite des BnR für linksextremistische Organisationen geworben worden sei. Dabei handelt es sich um - mittlerweile entfernte - Links zu antifaschistischen Initiativen. "Wir haben Initiativen, die im Kampf gegen Rechts aktiv sind, verlinkt. Doch in Zukunft werden wir die Linksammlung noch sorgfältiger betreuen", erklärte dazu Gabriele Nandlinger, die verantwortliche Redakteurin von Blick nach Rechts. "Bedeutender Beitrag" In der Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage wird dem Informationsdienst bescheinigt, "einen bedeutenden Beitrag der Zivilgesellschaft gegen rechtsextreme Bestrebungen" zu leisten. Deshalb sehe die Bundesregierung auch keinen Grund, die von den Unionsabgeordneten geforderte Beendigung der finanziellen Förderung des BnR durch das Bundesinnenministerium einzustellen. Bisher wurde der BnR mit rund 28 000 Euro gefördert. Als Reaktion haben Unionsabgeordnete die Vorwürfe gegen den BnR verschärft. "Die Staatssekretärin im Innenministerium, Ute Vogt, hält weiterhin an der unheiligen Allianz mit Linksaußen fest", erklärt der CDU-Abgeordnete Eckart von Klaeden. So werde dort weiterhin für die Vereinigten der Verfolgten des Naziregimes / Bund der Antifaschisten (VVN/BdA) geworben, kritisiert er. Die nach dem Krieg von Widerstandskämpfern gegen das Naziregime gegründete Organisation hat sich Mitte der siebziger Jahre auch für junge Antifaschisten geöffnet. Hartnäckige Invektive Wer für die Bekämpfung des Extremismus Verantwortung trage, dürfe "nicht die Verbreitung linksextremistischen Gedankengutes unterstützen und dazu eine SPD-eigene Internetplattform finanziell fördern", begründet der Christdemokrat von Klaeden seine hartnäckige Invektive gegen den BnR und Ute Vogt. "Sie darf sich nicht als Schirmherrin der Linksextremisten aufspielen", erklärt der CSU-Abgeordnete Norbert Geis - pikanterweise in einem Interview mit neurechten Wochenzeitung Junge Freiheit. Das vom nordrhein-westfälischen Verfassungsschutz beobachtete Blatt führt schon seit Jahren eine Kampagne gegen den Blick nach Rechts. |