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Blick nach Rechts 12/04 Gedenkpropaganda Neonazis instrumentalisieren toten Jugendlichen. "Minnestunden för James Waite", diese Parole prangte in den letzten Wochen auf zahlreichen Webseiten von schwedischen Rechtsextremisten. Der 14-jährige Schüler James Waite wird von ihnen zu einem rechten Märtyrer aufgebaut, seit er Mitte September an einem See in der Nähe der Kleinstadt Sollentuna mit einem Messer erstochen wurde.Was sich genau ereignete, ist bis heute noch nicht endgültig geklärt. Die Polizei spricht von Auseinandersetzungen unter Jugendcliquen. Unter der Bevölkerung von Sollentuna wollen Gerüchte über einen Bandenkrieg zwischen jungen Einwanderern und einer Skinheadgruppe nicht verstummen. Schwedens Rechte haben Waites Tod sofort für ihre Propaganda gegen alle Einwanderer instrumentalisiert. Dabei besitzt der Beschuldigte, der zur Zeit in Untersuchungshaft sitzt, einen schwedischen Pass. Doch für die Rechten zählt nur, dass seine Mutter 1973 nach dem Militärputsch aus Chile in das nordeuropäische Land immigrierte. "Schwedischer Junge von Einwanderer ermordet", schrieben die schwedischen Nationaldemokraten auf ihrer Internetseite. In zahlreichen Städten riefen die Rechten zu Gedenkstunden für den Toten auf. Der Vater von James Waite hat sich scharf von dieser Instrumentalisierung distanziert. "Mein Sohn war kein Nazi und hatte mit diesen Gruppen nichts zu tun", erklärte er der Presse. Doch nicht überall stoßen die Rechten auf Ablehnung. Eine Trauerkundgebung wurde nicht nur von Neonazis sondern auch von vielen Einwohnern aus dem nahe Stockholm gelegenen Sollentuna zu Kundgebungen gegen die schwedische Einwanderungspolitik umgewandelt. Die fremdenfeindlichen Töne waren unüberhörbar. Seit dem Jahr 2000 versammeln sich Rechtsextreme aus Nordeuropa und auch aus Deutschland am Todestag des schwedischen Jugendlichen Daniel Wretström zum so genannten Salemmarsch. Jetzt wird befürchtet, dass auch Sollentuna zum rechten Wallfahrtsort werden könnte. Peter Nowak |