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ND 10.03.04Potsdamer Anti-Antifa im Internet Nazigegner und Journalisten im Visier der Rechten
Von Peter Nowak Potsdamer Rechtsextremisten wollen auf einer eigens eingerichteten Homepage Daten über Linke und kritische Journalisten sammeln. Hinter der Anti-Antifa-Website stehen offenbar Nazi-Schläger. Die Internetseite der Anti-Antifa-Sektion Potsdam ist noch »im Aufbau«. Trotzdem ist bereits deutlich erkennbar, welchen Zweck sie dienen soll. Auf der Startseite stellen sich die Initiatoren in holprigem Deutsch »als Kameraden die es sich zur Aufgabe gemacht haben, regional entgegen der Antifa zu arbeiten« vor. Daten aller Art sollen von Nazigegnern erfasst werden. Dazu gehören Arbeits- und Wohnorte wie auch private Gewohnheiten und Autokennzeichen. Eigene Rubriken sind alternativen Projekten und besetzten Häusern gewidmet, die in Klammern mit dem Vermerk »Drecklöcher« versehen sind. Zwei Personen sind bisher mit Fotos auf der Homepage erfasst gewesen. Das Konterfei des Tagesspiegel-Journalisten Frank Jansen, der seit Jahren über die rechte Szene berichtet, wurde allerdings wieder aus dem Netz genommen. Weiter am virtuellen rechten Pranger steht allerdings eine Potsdamer Mitarbeiterin der Initiative Opferperspektive, die Opfer rechter Gewalt betreut. Für die Betroffenen bedeutet das eine Gefährdung. Mittlerweile hat die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen wegen der Homepage aufgenommen. Mitarbeiter des in Berlin erscheinende Antifaschistische Infoblatt legten am Montag auf einer Pressekonferenz Materialien vor, die belegen, dass die Macher der Anti-Antifa-Homepage dem gleichen Personenkreis zuzurechnen sind, der auch für zahlreiche Gewalttaten verantwortlich ist. So habe der den Freien Kameradschaften nahe stehende Oliver Kalies die Homepage entworfen hat und auch für die Einleitungstexte zuständig ist. Erst Ende Februar war der Potsdamer Neonazi Heiko Groch zu einer sechsjährigen Haftstrafe verurteilt worden, weil er mit Freunden einen linken Jugendlichen misshandelt und auf die Gleise geworfen hatte. Während des Verfahrens waren Aktivisten der neonazistischen Märkischen Heimatfront anwesend, die Fotos von den anwesenden Antifaschisten machten. Unter dem auf der rechten Internetseiten an vorderster Stelle genannten Projekten steht auch das alternative Potsdamer Projekt Chamäleon. Es war zu Sylvester 2002 von Neonazis überfallen und mit Signalmunition beschossen worden. |