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Linkszeitung21.11.05Positive Bilanz der 10. Linken Buchmesse in Nürnberg Großes Interesse an der Geschichte der Linken Von Peter Nowak Im Kulturzentrum "k4" im Zentrums Nürnbergs herrschte am vergangenen Wochenende großer Andrang - wie es sich bei einem Jubiläum gehört. Zum zehnten Mal fand dort die Linke Literaturmesse statt. 35 Verlage aus ganz Deutschland stellten ihre Bücher und Broschüren vor. In verschiedenen Räumen fanden Diskussionsveranstaltungen statt. Dabei war das Spektrum der angesprochenen Themen denkbar breit. Während Manuel Kellner über die Geschichte und Grundlagen des Trotzkismus sprach, berichtete im Nebenraum Horst Schäfer über die Angriffspläne der USA gegen das nachrevolutionäre Kuba und machte deutlich, dass es sich dabei weiterhin um ein sehr aktuelles Thema handelt. Aber auch die Belletristik kam bei dieser Buchmesse nicht zu kurz. Jungliterat Raul Zelik las aus seinem neuesten Buch "Liebe in den Zeiten der Pleite" und Erasmus Schöfer stellte seinem Romanepos "Die Kinder des Sisyphos" über die Geschichte der Linken zwischen 1968 und 1989 vor. Parallel zu den Lesungen wurden die Autoren vom freien Radio Z im großen Veranstaltungssaal interviewt, so dass auch Menschen, die nicht alle Veranstaltungen nicht besuchen konnten, einen Überblick über die aktuelle linke Literaturszene bekommen haben. Oranisiert war die Buchmesse auch in diesem Jahr vom linken Nürnberger Buchladen Libresso und dem Archiv Metroproletan. Sie hatten 1991 mit einem "linken Bücherbazar" im damals noch autonomen Jugend- und Kulturzentrum Komm begonnen. Ziel war anfangs der Verkauf von linker Literatur zu erschwinglichen Preisen an Menschen, die nicht zu den klassischen Besuchern von Literatursalons und Buchmessen zählen. Seither hat sich einiges geändert. Aus dem autonomen Komm wurde das Kulturzentrum K4 und aus dem kleinen Literaturbazar die linke Literaturmesse. "Mittlerweile können wir aus Platzgründen keine neuen Verlage mehr aufnehmen"; betonte einer der Organisatoren. Die Veranstalter zogen am Sonntagabend eine insgesamt positive Bilanz. Rund 1000 Menschen haben am Wochenende die Literaturmesse besucht und auch eifrig mitdiskutiert. Auffallend sei der hohe Anteil von jungen Leuten gewesen, die extra aus anderen Städten zur Buchmesse angereist waren. Das zeige, dass bei politisch aktiven Jugendlichen das Interesse an linker Geschichte weiterhin groß ist. Allerdings mache sich die schwierigere finanzielle Situation vieler Besucher am Rückgang der verkauften Bücher bemerkbar. "In Zeiten von Hartz IV und Bafög-Kürzungen überlegt man sich schon, ob man 15 Euro für ein Buch ausgibt." So wird die Veranstaltung mehr zur Diskussion und Information als zum Kaufen genutzt. Die Veranstalter und die Gäste sind zufrieden, nur die Buchhändler, die natürlich auf den Umsatz angewiesen sind, hätten sich ein kauffreudigeres Publikum erwünscht. Doch bei der Auswertung waren sich alle einig, dass es auch im nächsten Jahr die elfte linke Buchmesse in Nürnberg geben wird - dann schon im Sommer, vom 17. - 19. Juli. Die Nürnberger Idee hat mittlerweile auch Literaturfreunde in anderen Städten angesteckt. Inzwischen gibt es auch in Berlin Bestrebungen, eine linke Literaturmesse zu etablieren. |