|
Blick nach Rechts 21/2005 Aufrechte Deutsche Zunehmende rechte Gewalt in Halberstadt. Das Städtchen Halberstadt im Harz kommt seit Wochen nicht zur Ruhe. In der Regionalzeitung "Volksstimme" wurde in mehreren Artikeln über rechte Gewalt in der Region diskutiert. Auslöser war eine von Jugendlichen aus Halberstadt und Umgebung organisierte Demonstration mit dem Titel "Schöner leben ohne Naziläden". Sie richtete sich gegen den von Rechtsextremisten betriebenen Laden "Ragnarök" in der Innenstadt von Halberstadt. Die Organisatoren der Demonstrationen sehen in dem Laden einen Ausgangspunkt für rechte Aktivitäten. Die hatten in den letzten Monaten in Halberstadt stark zugenommen und auch außerhalb der Stadt Beachtung gefunden. So bedrohten rechtsextreme Jugendliche auf dem Halberstädter Altstadtfest am 5. September ausländische Händler. In der "Volksstimme" beschwerten sich die Betroffenen über den späten Polizeieinsatz. Nur wenige Monate zuvor, am 6. Mai, war am Halberstädter Sommerfest ein farbiger 16-jähriger Jugendlicher mitten in der Altstadt von mehreren Rechtsextremisten zusammen geschlagen und lebensgefährlich verletzt worden. Nur die schnelle Hilfe einer Kellnerin aus einer nahen Kneipe rettete ihm das Leben. Die Demonstration am 1. Oktober wurde von. 30 Neonazis lautstark gestört. Die Teilnehmer wurden mehrmals mit Steinen und Flaschen angegriffen. Der Polizei gelang es oft nur mit Mühe die Rechten abzudrängen, die mehrmals zum alternativen Jugendzentrum Zora vordringen wollten. Gegenüber der "Volksstimme" bestätigte der Halberstädter Polizeipräsident Rainer Nitsche den Anstieg rechter Gewalt in der Harzregion und äußerte seine Überraschung über die hohe Aggressionsbereitschaft der rechten Szene. Auf rechtsextremen Internetseiten schrieb man von einem "linksextremistischen Aufmarsch gegen Meinungsfreiheit und gesunde Jugendkultur" und drohte: "Wir werden nicht tatenlos zusehen, wie nationale Menschen nur wegen ihrer politischen Meinung in diesem Land verfolgt werden. ... Wenn Staat und Bürger wegschauen müssen halt die letzten aufrechten Deutschen sich der Sache annehmen." Peter Nowak |