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Blick nach Rechts 10/205Zulauf für Neonazis Neue Qualität rechter Gewalt in Berlin. Die Zahl der Neonazis in Berlin ist im Jahr 2004 um cirka 30 Prozent gestiegen. Das geht aus dem kürzlich vom Berliner Innensenator Ehrhart Körting präsentierten Landesverfassungsschutzbericht hervor. Körting hat bei der Vorstellung des Berichts diese Zunahme in Zusammenhang mit den Wahlerfolgen der NPD und der DVU gestellt, was die Kameradschaftsszene stimuliert habe. Der wurden 2004 rund 150 Personen (2003: 60) zugeordnet. Dagegen verloren die rechtsextremen Parteien NPD, DVU und Republikaner weiterhin Mitglieder. Dadurch hielt sich der Zuwachs im rechten Lager unter dem Strich in Grenzen. Statt 2 395 wie im Vorjahr gibt der Verfassungsschutz die Zahl der Rechtsextremisten mit 2 435 an Die Stärkung des aktivistischen und gewaltbereiten Teils der rechten Szene drückte sich auch in der Steigerung der rechten Straftaten aus. Die Volksverhetzungsdelikte stiegen von 126 im Jahr 2003 auf 154 und die antisemitischen Vorfälle von 123 auf 146 an. Für das Jahr 2005 liegen noch keine Zahlen vor. So ist noch völlig offen, wie sich das Verbot der beiden Kameradschaftsgruppen "Baso" und "Tor" auswirkt. Allerdings hat sie die Serie rechter Gewaltakte in Berlin nicht stoppen können. So überfielen vier Mitglieder der rechten Szene am 26. April im Berliner Stadtteil Pankow eine Band in deren Proberaum. Sie besprühten ihre Opfer mit Reizgas beziehungsweise Pfefferspray, schlugen sie mit Teleskopschlagstöcken zu Boden und prügelten noch weiter auf sie ein, bevor sie mit einem PKW flüchteten. Die Musiker mussten mit Kopfverletzungen, Augenreizungen sowie Prellungen ambulant im Krankenhaus behandelt werden. Weil Zivilbeamte in der Nähe des Tatortes waren und die Verfolgung aufnahmen, konnten die Gewalttäter kurz nach dem Überfall festgenommen werden. Drei von ihnen sind in der Vergangenheit wegen neonazistischer Delikte in Erscheinung getreten. Beobachter sprechen wegen der Brutalität des Überfalls und der Ausführung der Tat von einer neuen Qualität rechter Gewalt in Berlin.
Peter Nowak |